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PREUSSISCHE PALMEN [Themenabend, Mi. 19.04.2023]



PREUSSISCHE PALMEN

Mi. 19.04.2023 | Themenabend | im Projekthaus Potsdam ab 19.30 Uhr

Rudolf-Breitscheid-Straße 164 in 14482 Potsdam


Kaum jemand kennt sie: Die Geschichte der deutschen Kolonie der Marshallinseln im Süd-Pazifik. Als im vorletzten Jahrhundert der Raub der Welt unter den großen Kolonialmächten beinahe ausgemacht und ausgefochten war, da brach das Deutsche Reich auf, um für sich auch noch ein Stück vom "Kuchen" zu bekommen.

Händler, Abenteurer, Kirchenmänner und Völkerkundler umrundeten die halbe Erde, um im endlosen Blau des Pazifiks auf den schmalen Atollen der Marshallinseln neue deutsche Länder mit florierenden Häfen zu gründen. Vieles verlief anders als geplant.

Einiges verlief sanfter als der brutale Kolonialismus in Südamerika und Afrika. Die Eroberer trafen auf eine matrilineare Gesellschaft, in der die Frauen das Land und das Sagen hatten. Statt also zu kämpfen, heirateten die Neuankömmlinge mitunter einfach. „Heine", „Reimer", „Stege" und „Krämer" sind bis heute gängige Nachnamen in der Republik der Marshallinseln. Stück für Stück vergaßen die Indigenen die Künste der Navigation, des Bootsbaus, ihre Bräuche, ihre Lieder, ihr Gesetz und ihre Träume.

Kaum ein Schuss fiel und dennoch starb eine große Kultur. Ihre Zeugnisse liegen bis heute millionenfach unbeschriftet und unerforscht in den Kellern der Deutschen Museen, einst fortgeschafft auf deutschen Schonern.


In der Abendveranstaltung wollen wir den verschütteten Spuren der Deutschen Kolonialzeit nachgehen, Daten, Fakten und Theorien sortieren und uns auch fragen, was die Bundesrepublik heute tun könnte, um mit dieser Vergangenheit umzugehen.

"Der Jurist und Filmemacher Mark Uriona gehört zum Kollektiv der kameradisten.org. Die Kameradist:innen haben zunächst zu Lateinamerika gearbeitet und beschäftigen sich seit 2018 mit den Marshallinseln. Sie haben zusammen mit der heimischen Bevölkerung ein Jahr lang vor Ort den Dokumentarfilm „One Word" produziert und nach ihrer Rückkehr mit der marshallesischen College-Lehrerin Meitaka Kendall-Lekka und der Kunsthochschule Berlin ein transnationales Projekt etabliert, in dem marshallesische und deutsche Student:innen seit 2020 auf gemeinsame Spurensuche gehen nach der gemeinsamen Vergangenheit und einer wünschenswerten Zukunft in der einen Welt.

Der Eintritt ist frei

Kontakt:

Projekthaus Potsdam

Rudolf-Breitscheid-Straße 164

14482 Potsdam

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