Projekt DASH: Unsere Aufenthalte in Portugal
- petar315
- vor 2 Tagen
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Vom Ende September 2025 bis Anfang Januar 2026 haben sich vier Mitglieder des Vereins INWOLE und Projekthaus Potsdam an längeren Projektaufenthalten im Ausland beteiligt. Dieses mal sind wir in Portugal gewesen.
Das war eine herausragende Gelegenheit, mehr über lokale Zustände und Verhältnisse zu erfahren und in einen tieferen Austausch mit lokalen AkteurInnen sowohl aus akademischen, als auch aus nicht-akademischen Kontexten zu kommen. Dies ermöglichte uns in einem anderen Setting an einer Reihe von Themen zusammen mit anderen Teilnehmenden arbeiten zu können.
Wir haben uns mit VertreterInnen kommunaler Wohngesellschaften in Porto, Vila nova de Gaia und Braga, als auch mit ForscherInnen vom Institut for social Researches in Lissabon getroffen. Diese Möglichkeit benutzten wir, sowohl vielfältige lokale Zustände und Herausforderungen kennenzulernen und sie mit unseren in Deutschland zu vergleichen, als auch bestehende und mögliche Lösungen zu diskutieren.
Vor allem war der Kontext einer europaweiten Wohnkrise ausschlaggebend für unsere Diskussionen. Denn ein bezahlbares Wohnen ist überall in Europa kaum noch möglich geworden, betrifft immer breitere Bevölkerungsschichten und wirkt sich äußerst negativ auf verschiedene gesellschaftliche Dynamiken aus, was im Endeffekt fatale soziale und politische Konsequenzen hätte, von verstärkter Entsolidarisierung und Sozialdarvinismus bis zum Rechtsruck, sowohl innerhalb einzelner Gesellschaften, als auch europaweit. Deshalb ist Entwicklung und (noch mehr) Neuerfindung guter, innovativer, gerechter, inklusiver und bezahlbarer Lösungen so wichtig heutzutage.
Wir haben vielfältige Modelle kennengelernt, von einem „klassichen“ sozialen Wohnungsbau und „Armutsbekämpfungsprogrammen“ aus 1950er, 1960er und 1970er Jahre, über neuer Wellen der Wohngenossenschaftsbewegung aus 1970er und 1980er Jahre, bis zu neueren Modellen der (überraschenderweise erfolgreichen) Public-Private-Partnerschaften. Auch verschiedene, gut gelungene Beispiele energetischer Sanierung ganzer Wohnsiedlungenaus letzten Jahren haben wir uns angeschaut und dabei auch über viele Herausforderungen gesprochen, von stegígenden Kosten bis zur Bürgerbeteiligung an Entscheidungsprozessen und Gestaltung. Es war eine sehr bereichernde Erfahrung.
Noch einmal hat sich gezeigt, wie solche Residencies ermöglichen können, sich von eigenem Alltag für eine kurze Zeit zu entkoppeln, auf vielfältige Themen des Projektes zu fokussieren und dieser Arbeit vorrangig seine Arbeitszeit widmen zu können. Und wenn man noch die Tatsache wahrnimmt, dass man in einer ganz anderen und in vieler Hinsicht entspannteren Umgebung arbeitet, ist es keine Überraschung, dass unsere Secondments so inspirierend waren! Ergebnisse dieser Arbeit werden vor allem in Form verschiedener Forschungstexte, aber auch manch anderer Formate in den kommenden Monaten sichtbar werden.
Seit Frühjahr 2023 nehmen der Verein INWOLE und das Projekthaus Potsdam-Babelsberg an dem Projekt DASH* teil. Deliver sAfe and Social Housing (DASH) ist ein vierjähriges Projekt, das vom Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon der Europäischen Union im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen - Personalaustausch - gefördert wird.
Das DASH-Projekt zielt darauf ab, neue Ideen zu entwickeln, wie nachhaltigeres und sichereres Wohnen gefördert werden kann, und wie diese neuen Ideen mit Hilfe innovativer methodischer Instrumente in konkrete Wohnprodukte, -prozesse und/oder -dienstleistungen umgesetzt werden können. Durch vergleichende Analyse und peer-to-peer-Learning erleichtert DASH den Wissensaustausch zwischen verschiedenen Disziplinen, Sektoren und Ländern.
An dem Projekt beteiligten sich jeweils drei Arten von Einrichtungen - Stadtverwaltung, Universität und/oder Forschungsinstitut, und Wohngenossenschaften, Wohnprojekte und Vereine – aus vier europäischen Ländern: Deutschland, Portugal, Dänemark und Serbien.
Unsere Erfahrungen mit Secondments waren äußerst positiv, weshalb wir uns auch schon sehr auf die kommenden Aufenthalte in Dänemark und Serbien freuen.
Project DASH is funded by the European Union.







































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