Nachhaltige Nachbarschaften – Sustainable neighborhoods


Von 28.03. bis 03.04. fand in Athen eine erste Begegnung im Rahmen unseres deutsch-griechischen Projektes „Nachhaltige Nachbarschaften“ statt. Dieses Projekt führen wir mit unserer Partnergruppe Communitism aus Athen gemeinsam durch, mit dem Ziel das Thema sozialer und solidarischer Wohnformen in mehr Details anzugehen. Dadurch wollen wir den Teilnehmenden nicht nur eine Aneignung allgemeiner Kenntnisse über dieses Thema und ihr Kontext ermöglichen, sondern auch ihnen eine Reihe fachlicher, didaktischer und sozialer Kompetenzen, als auch Kontakte vermitteln zu wollen. Unser Hauptziel ist es, sie dadurch zu ermächtigen, sich mit diesem Thema selbstständig, strukturiert und dauerhaft in ihrer eigenen Umgebung theoretisch und praktisch auseinandersetzen zu können.


Dieses Thema hat für junge Menschen in Griechenland und in Deutschland (sowohl einheimische, als auch geflüchtete und andere) und insbesondere in größeren städtischen Ballungsräumen, wie in Athen und in Berlin, einen besonderen Stellenwert. Sei es immer mehr steigende Mieten, sei es eine oder andere Art der Verdrängung und Verlust verfügbarer Wohnbestände durch AirBnB und ähnliche Geschäftsmodelle, dieses Problem ist immer präsenter und aktueller. Dabei geht es nicht nur um einzelne Wohnmodelle oder Konzepte, sondern eher um eine breiter gestellte soziale Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Solidarität. Denn die Fragen, die uns beschäftigen, bezogen sich auf gemeinsame Unterstützung und solidarische Netzwerke in Nachbarschaften und ihre Rolle bei Bewältigung dieses Problems.


Dabei haben wir uns einige Beispiele in einer eher nicht vorbildlichen Nachbarschaft angeschaut, die als hot spot vieler sozialer Probleme in Athen gilt, wie Armut, Arbeitslosigkeit und Drogensucht. Trotzdem – oder genau deswegen - sind in Gegenden wie in Athener Nachbarschaft Metaxourghio relevante Beispiele lokaler Zusammenarbeit, gegenseitiger Unterstützung und Solidarität möglich und tatsächlich zu finden. In mitten dieser Netzwerke steht unsere Partnergruppe mit ihrem sozialen und kulturellen Zentrum, das sowohl als ein Treffpunkt, als auch eine Art Leuchtturm oder Hub für viele coole Ideen, Initiativen und Projekte nicht nur für diesen Stadtteil eine wichtige Rolle spielt.



All das durften wir selber direkt anschauen und erleben, und dabei uns an vielen interessanten Workshops und Gesprächen beteiligen. Dabei ging es um Themen wie eine nachhaltige, nichtkommerzielle Kultur, oder Inklusion und gelungene Zusammenarbeit vieler marginalisierter Gruppen (Kulturschaffender, Geflüchteter, LGBT Community…), solidarische Wohnformen, eine gute Gruppendynamik, nachhaltige Stadtentwicklung, Überwindung der Perspektivlosigkeit, aber auch innovative Ansätze im Alltag und eine permanente Ermächtigung aller Beteiligten.


Darüber hinaus haben wir auch ausreichend Zeit gehabt, die Stadt selbst besser kennenzulernen und selbstverständlich einige ihre Aspekte zu genießen! Nur diese Tatsache, dass wir uns in Athen nach mehr als zwei Jahre gezwungener Pause wieder befinden, war an sich eine tolle Sache!

Wir sind hochmotiviert zurückgekommen, setzen unsere Zusammenarbeit fort und treffen uns ein nächstes Mal in Potsdam wieder!


Das Projekt wurde vom Deutsch-griechischen Jugendwerk (DGJW) gefördert.